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Die Prägung der japanischen Teezeremonien der unterschiedlichen Epochen.

Das Trinken von grünem Tee ist seit etwa dem viertem Jahrhundert in China bekannt und erreichte Japan während der Tang-Dynastie um das sechste Jahrhundert. Zu dieser Zeit pflegten die beiden Länder einen intensiven kulturellen Austausch und die ersten Teesamen erreichten Japan.


Jedoch dauerte es bis zum achten Jahrhundert bis die Teezeremonie in Japan zum ersten Mal schriftlich Erwähnung fand. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die damalige feierliche Zeremonie mit dem heutigen Abläufen noch wenig gemein hatte. Historiker gehen davon aus, dass das Buch Cha-Ching von einem buddhistischen Priester, den heutigen Stil der japanischen Teezeremonie weitgehend beeinflusste.


Im Verlauf der japanischen Nara-Zeit ( 710-794 ) wurden Tee in einigen wenigen Teilen Japans gezüchtet oder angebaut und überwiegend von Priestern und Adeligen als Medizin verwendet. Durch die negativen Entwicklungen der Beziehungen beider Länder, waren die Japaner gewissermaßen gezwungen ihre eigenen Formen und Traditionen zu entwickeln und zu prägen. Während der Nara Zeit bis zur Heian-Zeit ( 794-1192 ) galt Tee als seltene und wertvolle Ware, welche ein Konzept auf basiert Regeln und Formalitäten mit sich führte. Erst als der Begründer des Zen-Buddhismus Myoen Eisai von seinem Studium aus China zurück kehrte und den ersten Tempel der Rinzai-Sekte baute, bildeten sich langsam die Grundlagen der japanischen Teezeremonie wie wir sie heute kennen. Eisai wandelte die Verwendung des Tees von der Medizin zum religiösen Getränk. Auch war es Esai, der in seinem Buch Kissa Yojoki ( gesund bleiben durch das trinken von grünem Tee ), einen weiteren Meilenstein der japanischen Zeremonie-Kultur schuf. Er nahm an, dass das Trinken von Tee einen bestimmten Nutzen für die Gesundheit und Kuren hat. Nach Eisai entwickelte sich der Tee zu einem Heilmittel für sämtliche Krankheiten und dies möglicherweise der Grund für die sich rasch entwickelnde Popularität.


Tee wurde überwiegend im Bezirk Uji angebaut und begann sich im dreizehnten Jahrhundert unter den Samurai von dort aus in ganz Japan auszubreiten. Die Samurai trugen die durch ihre Liebe zur Teezeremonie maßgeblich zur weiteren Entwicklung und Popularität bei. Vermutlich geht auch dieser Brauch , einer Weitergabe der Teeschale, auf die Samurai-Klasse zurück. Diese veranstalteten riesige Teepartys auf denen die Fähigkeit der Gäste getestet wurde zwischen echtem Tee und anderen Tees zu unterscheiden. Schnell begleiteten Wetten das Event und wertvolle Preise wurden an den Gewinner übergeben. Es entwickelte sich ein stetig anwachsender Contest zu erst mit zehn Tassen Tee, dann zwanzig, dreißig und zum Schluss einhundert Tassen Tee. Da nicht davon auszugehen ist, dass jedem Teilnehmer 100 Tassen zur Verfügung gestellt wurden, gingen die Gäste sehr wahrscheinlich von Tasse zu Tasse.  


Die Muromachi Zeit war geprägt von verschiedenen architektonischen Transformationen, vom formalen Stil der Heian-Zeit zum vereinfachten Stil der Samurai. Eine weitere Transformation vom Samurai Stil zum Shoin Stil, der einige Elemente der Tempel Architektur in sich trug, durchlebte die Teezeremonie während dieser Zeit. Verschiedene Designelemente der heutigen Teezeremonie in Japan wie beispielsweise die Tokonoma oder der Tsuke-shoin haben ihren Ursprung in eben jener Muromachi-Zeit. Ebenso hat die Tatami-Matte, die zum Boden bedecken dient, ihren Ursprung im Shoin-Stil-


Der Gründer der Chanoyu-Zeremonie und Zen-Priester Murata Shokou galt als einer der besten Designer kleiner Teestuben und wurde als Vater der Teezeremonie bekannt. Während der Adel die Teezeremonie von der Samurai Klasse genoss, begannen Shokou´s Jünger in kleineren und weniger verschwenderischen Zimmern kleine Teeveranstaltungen, die ihren Status angemessen waren.  Murata Shokou trat bereits im Alter von elf Jahren dem Priestertum des Shoumyou Tempel bei und verließ dieses mit zwanzig Jahren um bei Lehrer Ikkyuu Soujun die Zen-Meditation zu üben. Nachdem er eine Auszeichnung für sein tiefes Verständnis des Zen erhielt, verbrachte  Murata Shokou den Rest seines Lebens in einem Teezimmer in Nara um die Teezeremonie zu perfektionieren und Unterricht an interessierte Schüler zu geben. Murata Shokou bevorzugte die intime und persönliche Atmosphäre eines kleinen Raumes, mit maximal fünf bis sechs Gästen. In einem Brief an einen Schüler skizzierte er sein ganz eigenes Konzept der Chanoyu-Zeremonie und seine eigene Philosophie der Ästhetik. Seine Idee der Einfachheit, das Verständnis einer ästhetischen Qualität nüchterner Keramik aus Bizen und Shigaraki unterstrich seine Mühe, die beste Kombination von chinesischen und japanischen Tee Utensilien zu finden, zu studieren und zu lehren.


Am Ende der Muromachi-Zeit erreichte Japans Tee-Kultur ihren Höhepunkt und Anhänger des Tees wurden verschiedene Bezeichnungen gegeben. Chanoyusha war der Name für einen professionellen Lehrer der Teezeremonie. Ein Wabi-Suki war ein Lehrer, welchen drei besondere Eigenschaften auszeichneten: 1. der Glaube an die Leistung des Tees, 2. die Fähigkeit mit Anstand zu handeln und 3. war er Sammler von feinen japanischen und chinesischen Tee-Utensilien.