grüner-tee.life

alles Wissenswerte über grünen Tee

Buddhismus

Buddhismus - eine Welt"religion"

Buddhismus unterscheidet sich maßgeblich von den bekannten grossen Religionen. Während das Christentum den Glauben in den Vordergrund stellt, kann man den Buddhismus als Erfahrungsreligion bezeichnen. Buddha selbst hat darum gebeten, ihm nicht alles zu glauben, nur weil ein Buddha es gesagt hat - sondern selbst zu überprüfen, ob es mit der eigenen Erfahrung übereinstimmt. Der Buddha gab 84.000 Belehrungen, jede meist an einen einzelnen Menschen gerichtet, auf diesen zugeschnitten. In den buddhistischen Belehrungen von Sutra bis Tantra ist für jeden etwas dabei, was ihn zur Erleuchtung führen kann - aber nicht alles nützt jedem.

Buddhismus - viele Wege zum Ziel

Aus der Vielfalt der Belehrungen haben sich verschiedene Richtungen, Schulen und Linien herausgebildet. Die großen Strömungen sind:

der Theravada, der alte Weg, der sich vor allem auf die Sutra-Belehrungen stützt und die Befreiung von eigenem Leid zum Ziel hat. Zu diesem Zweck zieht man sich oft aus dem Leben zurück und meditiert, um die Illusion des "Ich" aufzulösen und zur Befreiung zu gelangen. Die höchste Verwirklichungsstufe im Theravada bezeichnet man als "Arhat", ein Arhat hat das "Nirvana" erreicht, ist aber noch kein Buddha.

der Mahayana (oder Großer Weg), der zum Ziel hat, die volle Erleuchtung und Buddhaschaft zum Nutzen aller Wesen zu erlangen. Für dieses Ziel werden hochkomplexe psychologische Mittel eingesetzt um Mitgefühl und Weisheit zu erlangen und zu verstehen, wie die Dinge sind. Die Buddhaaspekte, Bodhisattvas und die vielen anderen Darstellungen, die man vor allem aus Tibet kennt, sind Darstellungen aus dem Mahayana - Der Theravada verwendet - wenn überhaupt - lediglich Darstellungen des historischen Buddha. Zu diesen Darstellungen ist zu sagen, dass sie vor allem als Meditationshilfen dienen und dem Geist auf symbolhafte Weise seine eigenen inhärenten Eigenschaften vor Augen führen. Eine Anbetung des Buddha oder der Bodhisattvas ist zwar in den alten buddhistischen Kulturen nicht selten, aber tatsächlich sucht der Buddha nicht Wesen, die ihn anbeten, sondern er möchte, dass alle ohne Ausnahme seinen freudvollen und höchst sinnvollen Zustand erreichen und auch Buddhas werden.

der Vajrayana (oder Diamantweg) war vor allem in Tibet verbreitet und hat sich heute über die ganze Welt verteilt. Da die schnellen Mittel und Energieübungen des Diamantwegs auch - oder gerade - im Alltag zu verwenden sind, hat sich der Diamantweg im Westen am weitesten verbreitet. Der Diamantweg läßt sich auch am besten in seiner Essenz an westliche Kulturen anpassen und integrieren. Im Mahamudra (oder Großes Siegel) oder im Dzogchen (Große Vervollkommnung) sehen die Schulen des Diamantwegs Weg und Ziel: Man verhält sich auf dem Weg solange wie ein Buddha, bis man wie er geworden ist. Die Identifikation mit dem Ziel oder jemandem, der das Ziel erreicht hat (der Buddha oder ein hochverwirklichter Lehrer) ist - wie in allen Bereichen des Lernens - der schnellste Weg zum Ziel. Dem Ziel, den eigenen Geist zu erkennen und selbst Buddha zum Nutzen aller Wesen (einschließlich sich selbst) zu werden.

Der Zen-Buddhismus ist eine japanische Ausprägung des Mahayana-Buddhismus mit einigen Einflüssen des Diamantwegs. Für den Zen-Weg ist viel Disziplin nötig. Die Mittel des Zen sind tiefgründig und effektiv für den, der mit Ihnen arbeiten kann. Die Charakteristika des Zen fast Bodhidharma wie folgt zusammen: (1) eine besondere Überlieferung außerhalb der orthodoxen Lehre (2)die unabhängig von heiligen Schriften und (3)durch deuten auf das Menschen Herz, (4)durch Einsicht in das eigene Wesen zur Buddha-Werdung führt.

Kein Schriftum soll erreicht werden.

Gelehrt sei außerhalb der Lehre.

Trefft geradewegs des Menschen Herz.

Zum Buddha wird, wer so sein Wesen fand.*

*(Ernst Schwarz; Bi-Yän-Lu)

Literatur: Das große O.W.Barth Buch des Zen - Oliver Bottini

Buddhismus - Religion für Individualisten?

Ja und Nein. Auf der einen Seite hebt der Buddhismus die eigene Verantwortung in den Vordergrund. Jeder ist seines Glückes (oder Unglücks) Schmied. Weil der Buddhismus Eigeninitiative erfordert ist dem Buddhismus an sich jede Missionierung fremd: Wer nicht von sich aus eine starke Verbindung zum Buddhismus hat und sich angezogen fühlt, würde ohnehin nur wenig oder gar nicht mit den Methoden arbeiten können. Daraus resultiert die dem Buddhismus oft hoch angerechnete Toleranz: Jeder Mensch hat die Buddhanatur, aber jeder muß für sich selbst entscheiden, was für ihn gut ist. Sehr individuell ist also der Zugang zum Buddhismus und der Umgang mit der Praxis, hoch die eigene Verantwortung.

Auf der anderen Seite bedeutet das Erkennen des eigenen Geistes, dass man von nichts und niemandem getrennt ist. Wir alle teilen den selben Raum. Jedes Wesen hat das gleiche Recht auf Glück und Vermeidung von Leid. Mitgefühl bestimmt das Denken des Buddhisten, der Wunsch, dass es allen Wesen gut gehen soll ist Motivation für die eigene Praxis. Mitgefühl gepaart mit Weisheit ermöglicht sinnvolles Handeln mit Weitblick. Dass man den Hungrigen lieber lehrt, wie man fischt, statt ihm Fische zu schenken, ist eine bekannte Einsicht. Das gleiche Prinzip gilt auch für den Geist: Man lehrt lieber den Wesen, die das wünschen, wie sie selbst Buddhas werden und glücklich sein können, als ihnen kurzfristiges Glück zu geben und sie unselbständig zu machen.