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alles Wissenswerte über grünen Tee

Sencha

Beim Sencha (煎茶) handelt es sich um grünen Tee, bei dessen Anbau die Blätter während des Wachstums nicht beschattet werden. Auch aufgrund dieses im Vergleich zu anderen Sorten des grünen Tees (wie etwa den beschatteten Sorten Gyokuro und Kabusecha) eher unkomplizierten Anbaus ist der Sencha der im japanischen Raum mit Abstand am weitesten verbreitete grüne Tee. Durch den natürlichen Sonneneinfall erhält der Sencha eine eigene geschmackliche Note, die ihn etwa vom stark beschatteten Matcha unterscheidet. Unter anderem weist der Sencha typischerweise einen deutlicheren Nachgeschmack und eine typische äußerst erfrischende Nuance auf. Dabei unterscheiden die japanischen Teebauern beim Sencha drei verschiedene Ernteperioden: Der spät im Jahr gepflückte Tee wird als Sanbancha (三番茶, dt. "dritter Tee"), der in der mittleren Erntezeit gepflückte Sencha als Nibancha (二番茶, dt. "zweiter Tee") und der zu Erntebeginn gewonnene Tee als Ichibancha (一番茶, dt. "erster Tee") bezeichnet. Die Nummerierung der Ernteperioden spiegelt sich dabei im japanischen Schriftbild also im jeweils ersten Schriftzeichen wieder. Die Ernte beginnt typischerweise im April und endet im August. Dabei kann jedoch die Zeit und Anzahl der Ernteperioden je nach Anbauregion und regionaler Tradition variieren.


Die in den jeweiligen Perioden geernteten Teeblätter unterscheiden sich auch in ihren geschmacklichen Eigenschaften zum Teil deutlich. Als Leitfaden kann hier gelten, dass der Geschmack des Sencha desto intensiver ist, umso später im Jahr er geerntet wurde. Die früheste Ernte enthält dabei typischerweise die meisten Vitamine und anderen wertvollen Inhaltsstoffe, die sich über die kalten Monate hinweg in den Pflanzen angesammelt haben, und ein sehr angenehmes, feines Aroma. Darüber hinaus zeichnet den Sencha ein hoher Anteil von Aminosäuren aus. Die wertvollen Inhaltsstoffe bleiben dabei während der Handernte im Unterschied zur maschinellen Ernte besonders nachhaltig bewahrt.

Auch bei der weiteren Verarbeitung des Sencha existieren verschiedene Praktiken. So werden die Blätter einiger Sencha-Sorten ähnlich wie der Gyokuro mit Dampf behandelt und gerollt, um eine vorzeitige Oxidation und damit einhergehende Qualitätseinbußen zu verhindern.  Speziellen Sorten des Sencha sind beispielsweise der besonders intensive  Fukamushi-Cha.pdf  oder der geschmacklich auch an Gyokuro erinnernde Kabuse-Cha bzw.  Kabusecha.pdf . Die wertvollen Inhaltsstoffe bleiben während dieser Verarbeitungsmethode besonders nachhaltig bewahrt. Bei der weiteren Verarbeitung hat der japanische Sencha sich im Laufe einer jahrhundertelangen Entwicklung vom chinesischen Sencha gelöst: Anders als chinesischer Sencha wird der japanische Sencha so etwa normalerweise bei der weiteren Verarbeitung nach der Ernte nicht geröstet. Im Unterschied hierzu bleiben beim reinen Dämpfen auch viele hitzeempfindliche natürliche Wirkstoffe in den Teeblättern erhalten.

Nach der Zubereitung zeigt der Sencha typischerweise eine edle, leuchtende Tassenfarbe. Dabei hat die Temperatur des beim Aufbrühen verwendeten Wassers einen wesentlichen Einfluss auf den Geschmack des fertigen Tees, so dass der geneigte Teeliebhaber hier bei gegebenem Sencha durchaus mit leicht verschiedenen Aufbrühtemperaturen experimentieren kann, um die für die volle Aroma-Entfaltung ideale zu entdecken. Dabei ist kochendes Wasser (100° C) jedoch nicht geeignet. Für die meisten Sencha-Sorten ist eine schonendere Aufbrühtemperatur von etwa 50°C - 70° C geeignet.