grüner-tee.life

alles Wissenswerte über grünen Tee

Hojicha 


In Japan, dem Land der aufgehenden Sonne eröffnet sich dem Teefreund eine nicht enden wollende Welt an vielfältigen Grüntees, die sich allesamt in Form, Anbau, Herstellung und in ihrer Zubereitung unterscheiden. Ob es sich um die beliebten Grüntees wie Gyokuro, Matcha, Bancha, Sencha oder Hojicha handelt, alle unterscheiden sich durch signifikante Charaktereigenschaften. 


Über drei Viertel der in den Teegärten Japans angebauten Grüntees ist Sencha: ein spezieller Grüntee mit einem besonders intensiven und frischen Geschmack. Sencha wird auf offenen Teefeldern, die volles Sonnenlicht erhalten, angebaut. Auch der Hojicha, obwohl optisch nicht sehr ähnlich, ist ein grüner Tee und geht auf die Herstellung eines Senchas zurück. Für die Herstellung eines Hojicha werden sehr oft die späteren Ernten des Sencha verwendet.Wie bei einem Sencha werden die Blätter nach der Pflückung gleichermaßen und unmittelbar gedämpft und gerollt, jedoch wird der Hojicha im Anschluss geröstet. Der Prozess des Röstens sorgt für die braune Farbe des Teeblattes eines Hojichas. Der Hojicha hat einen sehr intensiven und kräftigen Duft, der etwas an an den Duft von Kaffee erinnert. In Japan ist es weit verbreitet seinen Hojicha selbst zu rösten. Mit kleinen Röstschalen aus Ton kann der Tee auf offener Flamme, wie beispielsweise bei einem Gasherd, frisch geröstet werden und sorgt allein damit für ein einmaliges Zubereitungserlebnis. Auch geschmacklich unterscheidet sich ein Hojicha deutlich von seinen japanischen Grüntee-Verwandten. Ein kräftiger fast nussiger Geschmack, der eher einem Schwarztee gleicht, ist bestimmend im Geschmacksbild. Durch das Rösten geht ein Großteil des im Tee enthaltenen Koffeins verloren und Hojicha gilt in Japan deshalb als ein sehr beliebter Durstlöscher, der an heißen Tagen oft gekühlt als Eistee getrunken wird. Durch den sehr geringen Anteil an Koffein und Gerbstoffen gilt er als sehr magenfreundlich und als Getränk auch für Kinder oder ältere Menschen.   


Der Hojicha sollte mit sehr heißem Wasser etwa 90-95°C aufgegossen werden. Hochwertige Tees erlauben bis zu fünf Aufgüsse. In Japan gibt es eine große Konkurrenz zwischen den Herstellern des Hojichas und 100 Gramm Tee können schon einmal um die 50 € kosten. Preise die gerade in Deutschland unvorstellbar sind für diese „Art“ von Tee. In einigen deutschen Geschäften ist Hojicha pro 100 Gramm schon ab etwa 3 € zu haben. Ich denke nicht das es sich bei diesen Tees um hochwertige Vertreter handelt. Weiter glaube ich auch, dass der Vorgang des Röstens eines Hojichas eine eher untergeordnete Rolle spielt. Wenn Sie einen schlechten Sencha rösten erhalten Sie keinen guten Hojicha! Hier gilt: „Aus einem lahmen Ackergaul macht man kein Rennpferd“! Dies ist auch am Blattgut erkennbar, weniger gute Hojichas ähneln sehr dem Blatt eines Bancha und je hochwertiger der Hojicha wird, desto feiner wird sein Blattgut. Und um so feiner das Blattgut um so feiner der Geschmack! Die Auswahl des passenden Sencha ist also Grundvoraussetzung für die Herstellung eines guten Hojicha gefolgt vom geschickten Händchen und feinem Gespür des Rösters "hojiru"!