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Gyokuro


Als der grüne Tee sich vor einigen Jahrhunderten in Japan auch in breiteren Bevölkerungsschichten durchzusetzen begann, wurden verschiedenste Anbautechniken ersonnen, um seinen Geschmack in den verschiedensten Variationen zu perfektionieren. So entstand nach einiger Zeit ein grüner Tee, der auch heute noch Menschen auf der ganzen Welt mit seinem im Vergleich etwa zu Senchas leichten und frischen Geschmack und seiner positiven Wirkung auf die Gesundheit begeistern kann: 


Gyokuro (玉露 "Jade- Tautropfen"


Bereits kurz nach seiner Entstehung wurde der Gyokuro von der damaligen japanischen Gesellschaft besonders geschätzt, was sich in der Bedeutung seines Namens ("Edler Tautropfen", "Jadetropfen", "Juwelentau") widerspiegelt. Auch heutzutage nimmt er noch eine Sonderstellung ein und wird als einer der edelsten grünen Tees Japans gehandelt. Im Vergleich zu den meisten anderen Grünteepflanzen werden die Pflanzen für den Gyrokuro dabei während des Wachstums relativ lange unter intensiver Beschattung aufgezogen. Im Vergleich zum Halb-Schattentee (Kabusecha, かぶせ茶, „abgedeckter Tee“) ist die Beschattung darüber hinaus vergleichsweise intensiv, d.h. relativ wenig Licht dringt zu den Pflanzen vor. Während beim Halb-Schattentee die Pflanzen nur etwa 2 Wochen beschattet werden und noch etwa der Hälfte bis etwa einem Viertel des Sonnenlichts ausgesetzt werden, wird beim Gyokuro während der Beschattungszeit nur gerade soviel Sonnenlicht zu den Pflanzen durchgelassen, wie diese zum für das ideale sortenspezifische Wachstum benötigen. Hierbei sind beim Gyokuro intensive Beschattungszeiten von etwa einem Monat bis zu fünf Wochen keine Seltenheit.


Gyokuro - grüner Tee Ernte


Bei der Ernte des Gyokuro wird genau darauf geachtet, nur in ihrem Wachstum relativ zart gebliebene Blätter zu verwenden, da in diesen der Geschmack noch nicht durch bittere Inhaltsstoffe beeinträchtigt wurde. Darüber hinaus sind in den auf diese zur Weiterverarbeitung ausgewählten Blättern erfahrungsgemäß noch viele weitere Stoffe mit gesundheitlich positiver Wirkung, wie z.B. wertvolle Aminosäuren, Mineralien und Vitamine enthalten. Bei der Herstellung des Gyokuro werden die so gewonnenen Blätter gedämpft, um sie haltbarer zu machen und die Geschmacksstoffe für den späteren Genuss aufzuschließen. Traditionell werden die Teeblätter daraufhin zu den typischen Gyokuro-Nadeln gerollt.


Gyokuro - erlesener Geschmack nicht nur für Liebhaber !


Diese Weiterverarbeitung findet zum Teil noch von Hand statt, auch wenn im modernen, hochentwickelten Japan mittlerweile eine ausgeprägte, hoch entwickelte Maschinerie für die Ernte und Weiterverarbeitung des grünen Tees bzw. speziell des Gyokuros zur Verfügung steht. Echte Kenner des Gyokuro schätzen jedoch die auch weiterhin teilweise gepflegte Verarbeitung von Hand. Die handwerkliche, oft über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte innerhalb einer Familie weitergegebene Erfahrung bei der Teeernte ist dabei nicht immer durch moderne Technik ersetzbar: Der auf diese Weise gewonnene Gyokuro-Tee kann auch Experten durch seine Exzellenz besonders begeistern. Die handverlesenen und mit großer Sorgfalt behandelten Blätter nehmen so im Vergleich zur maschinellen Verarbeitung höchsten einen sehr geringen, vernachlässigbaren Schaden an ihrer natürlichen Struktur. Auf diese Weise bleiben die natürlichen Inhalts- und Geschmacksstoffe im Inneren der Blätter bis zum Aufguss besonders gut vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt. So kann der von Hand verarbeitete Gyokuro beim Genuss seine heilsame Wirkung und seinen vollen Geschmack entfalten. 

Die typischen, dunkelgrünen Nadeln des Gyokuro erhalten ihre volle Färbung dabei durch den geringen Lichteinfall während des Pflanzenwachstums während der Beschattungszeit. Die Pflanzen versuchen hier, den geringen Lichteinfall durch eine Erhöhung des Konzentration des für die Photosynthese verantwortlichen Chlorophylls in den Blättern zu kompensieren. Dies führt letztendlich zu dem beobachteten tiefgrünen Farbton. So zeichnet sich der Gyokuro auch nach dem Aufbrühen noch durch ein im Vergleich zu vielen anderen Grüntees sehr intensives Grün aus. Geschmacklich hebt der Gyokuro sich durch eine frische, süße Note von vielen anderen Grünteesorten ab.