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alles Wissenswerte über grünen Tee

Grüner Tee Geschichte: 

In seiner jahrtausendealten Geschichte als Heilpflanze gelangt der grüne Tee erst relativ spät nach Japan. Die erste dokumentierte Einfuhr der Pflanze nach Japan wird etwa auf den Anfang des neunten Jahrhunderts nach Christus datiert. Hier sind die Quellen aber nicht vollkommen eindeutig. Klar ist dabei aber, dass die Gelehrten des Buddhismus den Nutzen der Pflanze für die Schulung des Geistes bereits relativ früh erkannten. So ist es denkbar, dass das Wissen um die kostbare Heilpflanze von buddhistischen Lehrmeistern aus China an ihre reisenden Schüler aus verschiedenen Bereichen der fernöstlichen Welt weitergegeben wurde. Die Handelsbeziehungen mit Europa waren damals noch nicht besonders ausgeprägt, was auch etwa auch etwa bis zu den Zeiten Marco Polos so bleiben sollte. Somit war die Ausbreitung des grünen Tees durch Handelsbeziehungen und Wissensaustausch zunächst auf jene näheren Nachbarstaaten Chinas begrenzt, bei denen die Schwelle zwischen den Kulturen relativ niedrig war.


Nachdem der grüne Tee so seinen Weg nach Japan gefunden hatten, etablierte er sich relativ schnell neben buddhistischen Klöstern auch als Getränk für die gehobene Adelsschicht. Diese Entwicklung ist den Quellen zufolge weitgehend auf den Kaiser Saga zurückzuführen, der als damaliger Herrscher des Landes über die notwendige Macht und finanziellen Mittel verfügte, um die Kultur Japans für die folgenden Jahrhunderte bis zum heutigen Tag auf diese Weise zu prägen. Diesem wurde der grüne Tee von buddhistischen Mönchen als Zeiten ihrer Ehrerbietung dargeboten. Der Kaiser war nach dem Genuss des Tees daraufhin so sehr von dessen positiver Wirkung überzeugt, dass er ihn fortan in Japan als Getränk etablierte. In der Anfangszeit war der grüne Tee dabei jedoch so wertvoll, dass er lediglich von der höchsten Schicht konsumiert wurde.
Auch aufgrund seines Koffeingehaltes wurde er dabei aber auch weiterhin in den buddhistischen Klöstern Japans angebaut, wo er die Mönche und ihre Schüler bei der Schulung ihres Geistes unterstützte. In der damaligen Zeit wurde der grüne Tee als Getränk dabei entweder direkt aus den Blättern der Pflanze oder aber aus Presslingen aus getrockneten Blättern, den sogenannten Teekuchen, gewonnen.

Japanischer grüner Tee: Einflüsse aus China

Nach der Zeit Kaiser Sagas ist die weitere Geschichte des grünen Tees in Japan weiterhin wesentlich von dem wechselhaften Verhältnis zu den chinesischen Herrschern geprägt.Erst wesentlich später entwickelte sich nach europäischer Zeitrechnung zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert nach Christus das Teepulver Macha. Dabei wurde dieses vermutlich ebenfalls von japanischen Reisenden aus China übernommen. Dieses Pulver wurde und wird dabei direkt aus den Blättern der Pflanze gewonnen, wobei traditionell grüner Tee von der Sorte Tencha verwendet wird. Auch in der Zukunft sollten solche wechselseitigen Beziehungen zwischen den beiden Reichen eine wichtige Rolle für bei Entwicklung des grünen Tees in Japan spielen. Es entstand eine Fülle von handwerklichem Wissen und Bräuchen rund um den Anbau, die Zubereitung und den Genuss der Heilpflanze und des aus ihr gewonnenen Getränks. Zu dieser Kultur gehören auch die Veranstaltungen der Samurai rund um den grünen Tee, die ihn als Getränk auch vielen der auf diesen Veranstaltungen Anwesenden nahebringen konnten. Auf diese Weise nahm der grüne Tee schleichend seinen Weg auch in die bürgerlicheren Gesellschaftsschichten. Dies ist vor allem auch darauf zurückzuführen, dass diese Veranstaltungen als soziale Happenings immer beliebter wurden. Nichtsdestotrotz blieb hier einfacheren Bürgern meist der Zugang verwehrt, oder diese interessierten sich erst gar nicht für die Veranstaltungen der Samurai. Später entwickelten diese japanischen Adeligen dann in Zusammenarbeit mit buddhistischen Mönchen die ersten echten Plantagen, auf denen der japanische grüne Tee in größeren Mengen angebaut wurde. So kam es zu dem für viele Europäer zunächst skurril anmutenden Sachverhalt, dass viele Samuraifamilien traditionell grünen Tee anbauten.

Japanischer grüner Tee: Der langsame Weg durch die Gesellschaftsschichten

Erst im 15. Jahrhundert nach Christus wurde der japanische grüne Tee auch offiziell in Zeremonien eingebunden. Auf diese Weise konnte er seine gesellschaftliche Bedeutung weiter ausbauen und wurde den Menschen, die an diesen Zeremonien teilnahmen, immer besser vertraut. Jedoch handelte es sich bei der Zeremonieteilnehmern nach wie vor eher um Japaner aus den gehobeneren Schichten. Viele Historiker sind hierbei der Meinung, dass die Entwicklung der Teezeremonien einen wesentlichen Anteil daran hatten, die Beliebtheit des grünen Tees auch in den bürgerlicheren Schichten Japans zu erhöhen. Dieser Prozess sollte zwar noch weitere Jahrhunderte dauern, war aber für die kulturelle Bedeutung der Pflanze wesentlich. Der grüne Tee war nach Abschluss dieses Prozesses kein bloßes Privileg bestimmter Gesellschaftsschichten mehr, sondern ein kulturelles Band, welches sich durch alle Schichten zog und die Menschen Japans miteinander verknüpfte. In den auf die Entwicklung der Teezeremonien folgenden hundert Jahren erhöhte sich die gesellschaftliche Bedeutung der Pflanze jedoch enorm. Dazu trug insbesondere auch die viel spätere Entdeckung der Sorte Gyokuro bei, die für die letztendliche geographische Verbreitung des grünen Tees über die gesamte japanische Insel entscheidend sein sollte.

Auf die wachsende Beliebtheit des grünen Tees geht schlussendlich auch die Entwicklung der vielen verschiedenen Teesorten zurück. Man entdeckte, dass sich der Geschmack des Tees durch die Wachstumsbedingungen der Pflanzen wesentlich beeinflussen lässt. Biochemisch ist dies darauf zurückzuführen, dass etwa eine niedrigere Photosyntheserate die Gesamtheit der in der Pflanzen enthaltenen Inhaltsstoffe beeinflusst. Dies führt letztendlich dazu, dass im Schatten gewachsene Teepflanzen einen anderen Geschmack aufweisen als Teepflanzen, die unter normalem Lichteinfall gewachsen sind. Dies führte letztendlich zur Entwicklung des Tencha-Tees im 16. Jahrhundert. Durch den weiteren Austausch mit der chinesischen Teekultur ging man dabei nun wieder dazu über, aufgrund der im Vergleich zum Pulver verbesserten Haltbarkeit den grünen Tee direkt aus den Blättern aufzubrühen. Daraus ging später die sogenannte Uji-Methode hervor, bei der die Teeblätter gedämpft und aufgerollt werden. Auf diese Weise aufgerollter Sencha-Tee konnte fortwährend während der 18. Jahrhunderts nach Christus den noch lange nicht abgeschlossenen Siegeszug fortsetzen. Insbesondere in den höheren bürgerlichen Schichten wurde der Sencha dabei immer beliebter.
  


Japanischer grüner Tee auf der ganzen Welt


Zu Beginn des 17. Jahrhunderts setzte langsam ein Export des japanischen grünen Tees und die übrige Welt ein. Besonders wichtig waren hier insbesondere die Eröffnung zahlreicher großer japanischer Häfen zu Mitte des 19. Jahrhunderts, mit denen der Tee in großen Mengen verschifft werden konnte. Insbesondere konnte auf diese Weise auch der Grundstein zu Teeexporten nach Europa und in die Vereinigten Staaten von Amerika gelegt werden.
Ein wesentlicher Wendepunkt war dabei die weitere Öffnung Japans für den internationalen Handel durch die sogenannte Meiji-Revolution um das Jahr 1868.
Somit konnte der japanische grüne Tee letztendlich nicht nur in allen japanischen Gesellschaftsschichten, sondern auf der ganzen Welt Menschen von seiner positiven Wirkung überzeugen.